Persönliche Meinung

Einen Server, egal aus welchen Gründen man sich im Privatbereich einen anlegt, ist schon ’ne feine Sache. Sei es als Backuplösung für das Hauptsystem, als Medienserver, als private Cloudlösung, als Proxy, selbst als eigenen Webserver (wenn man die Internetgeschwindigkeit dazu hat) oder einfach nur als zusätzlicher Datenspeicher. Die Anwendungsmöglichkeiten, um nur einige zu nennen, sind gigantisch. Und da kommen wir schon zum eigentlichen Problem, was mich momentan sehr beschäftigt. Anfangs wollte ich einen Server nur zum „Basteln“. Daraus wurde innerhalb eines Jahres ein Projekt, was meinen derzeitigen Anforderungen einfach nicht mehr gewachsen ist. Was war passiert?

Erst wurde ein einfacher Datenserver errichtet, der für jedes einzelne Familienmitglied zusätzlichen Speicher mittels Samba-Freigabe zur Verfügung stellte. Dann entstanden schnell weitere Sachen, die ich jetzt aufführe. Dabei spielt die Reihenfolge und die Anwendungsart (Docker oder normale Installation) nur eine untergeordnete Rolle.

  • LAMP-Installation (Apache2 [Webserver], MySQL [Datenbanksystem] und PHP [Script-Interpreter])
  • ! Mittlerweile arbeite ich ganz ohne zusätzlichen Debian-Installationen. Die LEMP-Installation wird quasi von OMV4 schon mitgeliefert.
  • Calibre-Web (Calibre-Bücherdatenbank erstellt und mittels Weboberfläche administriert)
  • Webseitengestaltung (php) mit Datenbankanbindung für private Sachen
  • Medienserver (Emby)
  • Nextcloud (private Cloud) mit Internetzugang über VPN
  • Mehrere Instanzen von WordPress
  • Verschiedene Anwendungen zur Leistungsüberwachung
  • Verschiedene Backuplösungen

Mein erstes Hauptsystem, ein J5005 mit einem Pentium Silver, jetzt 8Gb Ram, 64Gb SSD und 3x 4TB WD-Red erledigt das Ganze doch schon recht ordentlich. Überlegt Euch im Vorfeld, welche Anwendungen Euch begeistern und wählt dann Euer System aus. Je mehr gleichzeitigen Zugriff ihr auf dem Server habt, je mehr der Server nebenbei zu erledigen hat, um so wichtiger werden vorhandene Ressourcen. Ihr spart Euch definitiv Folgekosten. In meinem Haushalt greifen mittlerweile 5 PC`s, mitunter auch gleichzeitig, recht ordentlich auf dem Server zu. So langsam wird es Zeit, das System zu vergrößern. Ich tangiere momentan zu einem G5400 Pentium Gold oder zu einem I3/I5 -S oder T-Prozessor (letztendlich wurde es dann ein Athlon 200GE). Ohne Frage. Würde die Kohle etwas lockerer sitzen, würde ich mir einen kleinen Xeon zulegen :-). Das witzige dabei ist, dass ich einen Xeon-Prozessor da habe, aber nicht weiß, ob der funktioniert. Und jetzt ein Board und Ram zu kaufen, um dann zu sehen, dass der vielleicht doch nicht funktioniert, ist mir zu heiß…

Versteht mich nicht falsch. Der J5005 ist selbst mit 4GB Ram ein hervorragendes Produkt, was im Heimbereich als Serveranwendung voll und ganz seine Daseinsberechtigung hat. Ich möchte nur persönlich im Vorfeld schon mal Engpässe vermeiden. Demnächst kommen immerhin noch 2 Zusätzliche Rechner dazu, die da auch etwas vom Kuchen abhaben wollen 🙂

Man könnte auch verschiedene Anwendungen auf mehrere Server aufteilen. Der Raspi 3 B+ wäre da eine Alternative. Aber der geht dann auch schon bei 2 bis 3 gleichzeitigen Anwendungen in die Knie. Diesen Raspi als reinen Medienserver zu verwenden könnte man tun, allerdings kommt der da schon bei 3 gleichzeitigen Zugriffen (HD) über einen längeren Zeitraum an die Grenze des machbaren. So toll, wie das in manchen Foren auch funktionell beschrieben wird. Die technischen Begebenheiten sind nun mal nicht schön zu reden. Und wenn mal z.B. ein Film nicht den Anforderungen des Abspielgerätes entspricht und das Transcodieren des Servers einsetzt, kommt sogar der Pentium Silver an seine Grenzen..

Nachtrag: 2019-08-01

Der Raspberry 4 mit 4GB Ram spielt jetzt in einer anderen Liga und wird momentan von mir auf Herz und Nieren getestet. Die Aussage im letzten Abschnitt kann ich mit den ersten Tests schon mal guten Gewissens für das 4èr Modell entkräften. Transcodierung wird als letztes getestet und die Ergebnisse können noch etwas dauern.

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